18.07.10: Dieter Braatz (stellvertretender Chefredakteur "Der Feinschmecker") schreibt über das RIVE
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29.06.10: Restaurant RIVE als „Service-Oase“ in Gold ausgezeichnet

Zum dritten Mal kürte American Express bundesweit Restaurants, die sich durch exzellenten Service auszeichnen. Die Jury waren dabei die Restaurantbesucher selbst. Das RIVE am Fischereihafen erhielt die meisten Stimmen in der Kategorie eins, in der Hauptspeisen vorwiegend bis 20 Euro kosten. Als weitere Service-Oasen in Gold wurden das Haus Stemberg in Velbert sowie das Tantris in München gekürt.
„Das stimmige Gesamtbild des RIVE ist sicher ein Ergebnis der einzigartigen Hafenatmosphäre, der hervorragenden Küche und natürlich der aufmerksamen Arbeit des Serviceteams“, sagte Carola Paschola, Vice President American Express, bei der Übergabe des Preises an das RIVE Serviceteam.

 

Der Gault Millau 2010 schreibt über das RIVE:

Das Gebäude gilt ja durchaus als ein architektonisches Statement im maritimen Stil, und einige Zeit legten von hier zumindest die England-Fähren ab. Jetzt soll es nach längerer Pause als Kreuzfahrt-Center Dienst tun, zu deutsch als Haltestelle der Kreuzfahrt-Schiffe in Hamburg. Dann werden die Musikdampfer direkt vor der Terrasse des Rive ankern, die Aida-Schiffe, die MS Deutschland und die Kreuzfahrer von MSC und von Holland America.

Bislang genossen die Rive-Gäste ja bereits den schönsten Elbblick aller Restaurants am Ufer. Die künftige Schiffs-Parade bringt ihnen das Maritime als erfreuliche und interessante Bereicherung noch näher.

Einer wird sich bestimmt amüsieren, zumindest wenn die MS Europa hier parkt: Rive-Chef Fritz Pichler war ja etliche Jahre der Küchenmeister auf dem "besten Kreuzfahrtschiff der Welt", bevor er hier an Land ging und das Rive kulinarisch aufrüstete. "Wenn man sich nicht schon auf einem Schiff befindet," da zitieren wir uns doch ausnahmsweise mal selbst, "so ist man ihm hier doch am nächsten; auf der Terrasse sitzt man doch fast wie auf dem Lido-Deck der Europa".

Als sie Pichler engagierte, demonstrierte Patronne Alice von Skepsgardh, Hamburgs Gastronomie Principessa, mal wieder ihr Gespür für überraschende Entdeckungen: Der Mann vom Meer erwies sich als Glücksgriff, inzwischen wirkt er so, als wäre dem Rive ein zusätzlicher Turbo eingebaut worden. Sein neues "Küchenchef-Menü" wurde auf Anhieb zu einem der besten kulinarischen Deals in Hamburg: Vier Gänge auf seriösem Feinschmecker-Niveau, aber zum Bistro-Preis, das ist ziemlich unschlagbar. Nach diesem Motto hat er auch eine neue Mittagskarte mit leichten Gerichten gestaltet, keine Allerweltsbestseller, sondern alle mit einem persönlichen Twist und zu Preisen, die man sich nur als zeitweilig vorstellen kann. Im übrigen dauert der Mittag im Rive bis 16 Uhr, dann beginnt, ohne Pause, der Abend; hier kann man ja, wie in den Pariser Bistro-Klassikern, fast rund um die Uhr essen. Und immer mehr Gäste genießen einen frischen Fisch im Nachmittagssonnenschein.

Pichlers perfekte Fische bilden das Rückgrat einer Karte, die inzwischen über eine komplexe Vielfalt gebietet, die inhaltlich das Bistro-Konzept längst gesprengt hat: Vom Hamburger Labskaus bis zu den zeitgemäßen Sushi und Sashimi, vom Rumpsteak "Café de Paris" bis zu den Scampi in Thaicurry-Tempura beherrscht er eine breite Klaviatur. Neue Entdeckungen waren die Variation vom Lachs-Tartar, das in drei unterschiedlichen Macharten präsentiert wurde, eine Art Geschmacksorgel und jeder Ton ein köstliches Originalaroma. Und dann eine Bouillabaisse: nur mit schönen Edelfisch-Filetchen, mit Shrimp, mit Hummer, das Gemüse mit Biss, die Bouillon gehaltvoll, die Rouille nicht so fett wie die klassische, aber markant.

Auf der vergrößerten Rive-Terrasse sammeln sich selbst bei keineswegs sommerlichem Wetter die hanseatischen Frischluft-Liebhaber: Wenn schon an der Elbe, dann nicht hinter Glas, heißt die Devise; im Bedarfsfall werden Heizstrahler angeschaltet oder Decken verteilt. Also ganz wie auf dem Sonnendeck der "Europa".

 

Der Gault Millau 2009 schreibt über das RIVE:

Fritz Pichler brachte ein hochkarätiges maritimes Renommee mit. Er war jahrelang Chefkoch auf dem besten Kreuzfahrtschiff der Welt, der MS Europa. Dass er im Rive vor Anker ging, macht Sinn: Wenn man schon nicht auf einem Schiff ist, so ist man ihm hier am nächsten – auf der Terrasse sitzt man doch fast wie auf dem Lido-Deck der Europa.

Das Rive im schiffsähnlichen alten Kreuzfahrtcenter spielte von jeher unter den Elbrestaurants mit Terrasse eine Sonderrolle: Es gibt keinen Platz, auf dem man sich so direkt über dem Wasser fühlt und einen so bilderbuchschönen Blick auf Elbe, Hafen und die vorbeigleitenden Schiffe hat. Und die Rive-Terrasse, einst schmal wie ein Speisewagen im Blue train, wurde ja so komfortabel verbreitert, dass sie wie ein zweites Restaurant wirkt.

Pichler führte auf der neu gestalteten Karte ein “Best of Season”-Menü ein, zu den Hamburger Kreuzfahrt-Tagen hieß es passenderweise “Cruise Menu” und kultivierte eindrucksvoll Aromen aus der schönen weiten Welt der Seefahrt bei Tatar vom Baliklachs mit dreierlei Kaviar, Sakuska aus der GUS, Fish Chowder aus den USA und Red Snapper auf fernöstliche Art und einem bunten Dessert aus Beeren, Whisky-Karamell und Zitronensorbet (offenbar supranational) – und ob die 42,50 € dafür ein Einführungs- oder Kampfpreis sind, wird die Zukunft weisen.

Der Chef ist berüchtigt als Produkt-Fanatiker: Seine Frische-Ansrüche sind absolut, seine Fische springen noch in der Pfanne vergnügt herum (Achtung, Tierfreunde: Das ist symbolisch gemeint). Ob Dorade in der Salzkruste, Kabeljau oder Steinbeißer – die meisten Fische rangieren noch in der Preisklasse des Bistros, als das sich das Rive ja ausdrücklich versteht (obwohl die Leistungen längst darüber hinaus wuchsen). Und wenn die Küche ganz gute Laune hat, dann serviert sie als Amuse-bouche schon mal ein Kaviar-Ei (russisch, nicht italienisch!) auf einem gekräuterten Wodka – ganz alte Kreuzfahrt-Herrlichkeit!

Man kann im Rive wie in den französischen Bistro-Klassikern den ganz Tag essen, bien sûr auch jene hochgebauten klassischen Meeresfrüchteteller, und es gibt nicht wenige Stammgäste, die am mittleren Nachmittag hier einkehren, wenn sich viele Tische schon leerten. Dann fällt die Sonne schräg durch die hohen Fenster und bringt die kupfernen Skulpturen der hohen Design-Palmen zum Glühen.

Ist es nun ein Erlebnis- oder ein Ambiente-Restaurant? Sicher beides. Und oft auch ein Gourmet-Restaurant – mit Bistro-Preisen.

 

040. 380 59 19    Van-der-Smissen-Straße 1    22767 Hamburg - am Fischereihafen - direkt an der Elbe